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Donnerstag, 06 September 2018 07:56

Stellungnahme zum Thema SJZ

In der aktuellen Diskussion über die Kündigung des Vertrages zwischen der Stadt Siegburg und den SJZ, finden Sie anbei unsere Stellungnahme zu den vielfach geäusserten Vorwürfen:

1. Das SJZ hat viele Jahre in Siegburg eine kostenlose von der Stadt zur Verfügung gestellte Liegenschaft gehabt. Nachdem die Unterkunft in der ehemaligen Hauptschule Haufeld für die Unterbringung von Flüchtlingen benötigt wurde, hat die Stadt immer wieder aktiv nach geeigneten Räumen für das SJZ gesucht. Alle Alternativen waren nicht machbar. Auch öffentliche Aufrufe der Stadt an die gesamte Bürgerschaft brachten keine Ergebnisse. Konkrete weitere Vorschläge gibt es von niemandem. Auch die anderen Parteien haben bis dato keine Lösungen bereit. Das SJZ ist die ganze Zeit über seitens der Stadt auf dem Laufenden gehalten worden. Die heftigen Vorwürfe gegen Stadt, Bürgermeister und die Parteien, die die Mehrheit im Rat bilden, sind falsch und helfen nicht.

 

2. Die Räume im ehemaligen Schulgebäude Haufeld werden nun während der nächsten beiden Jahre für die sofortige Unterbringung von Kita-Plätzen im Vorlauf einer neuen Kita in Kaldauen gebraucht werden. Dies ist eine notwendige Entscheidung zu Gunsten der betroffenen Kinder und ihre Eltern aus Siegburg, deren Interessen nicht hintangestellt werden dürfen.

3. In den vergangenen Jahrzehnten hat das SJZ Bestand gehabt mit einem CDU-Bürgermeister und einer CDU-Mehrheit im Stadtrat. In all dieser Zeit haben wir das SJZ gegen vielfältige Vorwürfe und Bedenken in Schutz genommen, gleich ob sie im Einzelnen berechtigt waren oder nicht:

- gegenüber permanenten Beschwerden aus der jeweiligen Nachbarschaft über nächtliche Ruhestörungen,

- gegenüber Vorwürfen über Verunreinigung und Schmierereien,

- gegenüber Bemerkungen, dass die Qualität der Arbeit zuletzt stark nachgelassen habe,

- gegenüber Hinweisen, dass diejenigen, die sich dort aufhalten, zum größten Teil dem Jugendalter entwachsen seien und dass die Besucher zum größten Teil von außerhalb Siegburg aus dem Kölner Raum kämen,

- gegenüber dem Bedenken, dass das SJZ kein anerkannter Träger der Jugendhilfe sei und deshalb keine besondere Förderung durch die Stadt verdiene,

- gegenüber dem Argument, da könne ja nun jeder und jede Gruppe kommen und unentgeltliche Unterbringung in städtischen Räumen verlangen.

Gegenüber all diesen unzutreffenden oder zutreffenden Punkte haben CDU und FDP den Betrieb des SJZ in Schutz genommen und weiter ermöglicht gehabt.

3. Nunmehr haben die Führungspersonen des SJZ, offensichtlich schlecht beraten, sich dazu entschieden, den Rechtsstreit mit der Stadt zu suchen und die Stadt zu verklagen. Zuvor waren sie vielfach in verschiedensten Agitationen gegen ihren Vertrags-und Kooperationspartner Stadt vorgegangen. Auf dieser Grundlage scheint eine zielführende Zusammenarbeit nicht mehr möglich zu sein. Deshalb sollte die ausgesprochene Kündigung Bestand haben und die aufgewandten städtischen Ressourcen anderen Projekten in der Jugendarbeit zugute kommen.

4. Die Stadt Siegburg legt Wert auf gute Jugendarbeit. Städtische Finanzmittel in beträchtlicher Höhe gewährleisten die Arbeiten mehrerer Jugendzentren in der Stadt. Ein weiteres Jugendzentrum in wenigen Jahren ist angedacht und muss konzeptioniert werden. Daneben werden vielfältige weitere Aktivitäten für Kinder und Jugendliche von der Stadt selbst oder von freien Trägern mit Finanzen der Stadt durchgeführt. Die Stadtratsfraktionen von CDU und FDP unterbreiten hierzu auch einen weiteren neuen Vorschlag.

5. Viele Vereine, Bürgergemeinschaften und Privatinitiativen in Siegburg engagieren sich mit großen Anstrengungen und viel Freude in aktiver Jugendarbeit mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten. Sie organisieren ihre Räume selbst und besorgen die Finanzierung über Mitgliedsbeiträge, Spenden oder Verkaufsaktionen und Veranstaltungen. Ebenso verhält es sich mit allen möglichen kulturell aktiven Gruppen, Bands, Chören u.ä. Die haben auch wenig Verständnis dafür, wenn andere es einfach so bekommen.

Diesen Weg zu gehen, ist eine Möglichkeit, die die Verantwortlichen des SJZ auch haben. Daneben besteht die weitere Möglichkeit, sich als anerkannter Träger der Jugendhilfe aufzustellen und auf diesem Weg Finanzierung auch von Liegenschaften zu erreichen.